S. 82-83

"Die Stadt Tromsöe, welche ohngefähr 150 Einwohner zählt, ist sehr unregelmässig gebauet, enthält doch schöne Gebäude, und zwischen den Beamten und Handelsleuten scheint ein sehr gefälliger Gesellschaftston zu herrschen.

Das Getraide reist hier nur selten, die Kartoffeln gedeihen dagegen sehr wohl nahe bey Tromsöe, deshalb hat man den Bau des erstern beynahe ganz für den der letzteren aufgegeben. Wenn man diesen sumpfigen Boden nicht mit hinreichenden gruben durchzieht, um dem Wasser im Frühling einen freyen Abzug zu vergönnen, so bleibt der Eis lange auf der Oberfläche zurück und verbrent, gleich im südlichen Norwegen das darunter hervorkeimende Gras.

Die Vaccination war hier schon ziemlich ausgebreitet, der fleisige und geschickte Wundartzt Monrad hatte 15 bis 1600 Personen eingeimpft.. Die Perioden ansteckender Krankheiten sind hier von kurzer Dauer, die heftigen Winde stellen die Reinheit der Luft bald wieder hier. Dies Jahr hatte ein Gallenfieber geherrscht, verderblicher geworden durch die niemals veränderte und erfrischte Luft in den Zimmern, deren Fenster immer verschlossen bleiben, und deren Oefen von aussen geheizt werden. Viel gesunder sind die elenden Wohnstätten der Lappen, woraus alle Dünste zugleich mit dem Rauche davon gehen."